Kompaktlautsprecher

Audio Physic Step 35 im Test

1.2.2022 von Andreas Günther

Der Step von Audio Physic sind wir schon mehrmals begegnet. Jedes mal hat uns die Kleine verzückt. Ein Superstar unter den kompakten Zweiweglern.

ca. 2:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Audio-Physic-Lautsprecher-Aufmacher
Der Hochtöner ist vier Zentimeter groß. Er wird einzig für Audio Physic gefertigt.
© Audio Physic

Pro

  • kompakter Klangwandler
  • feine Signale
  • tendenziell warmer Klang
  • toll auch im Nahfeld

Contra

  • Bass geht nicht sehr tief

Fazit

Audio Klangurteil: 91 Punkte; Preis-/Leistung: Überragend

Meine Güte, wie die Zeit rast. Ich war jung aber enthusiastisch. Es wird Ende der 1980er-Jahre gewesen sein. Da hörte ich die erste Step – und war mir sicher: Das ist der beste Kompaktling, der je vor meinen Ohren aufspielte. Nun die Wiederkehr – die Step 35 in der neuesten Generation hat in unserem Hörraum Einzug gehalten. Und wieder bin ich gefangen. Was für ein Meisterwerk.

Dabei so klein, so fein, fast zerbrechlich. Alles entsteht in Deutschland. Halt – das stimmt so nicht. Das wäre auch eine Dummheit angesichts des globalen Marktes. Audio Physic hat die Chassis selbst entworfen und auch die Werkzeuge gefertigt, die finale Produktion findet aber im Norden Europas statt, bei Wavecore.

Das sind ehemalige Mitarbeiter von ScanSpeak, mittlerweile aber groß aufgestellt. Also eine Auftragsarbeit. Aber mit der Botschaft, dass es diese Membranen nur bei Audio Physic gibt. Die komplette Endfertigung findet am Firmensitz in Brilon statt. In der Höhe schwingt sich ein Aluminium-Konus auf, mit 40 Millimetern im Durchmesser. Das ist erstaunlich groß.

Verwandt tickt der Tief-/Mitteltöner. Hier liegt ebenfalls Aluminium an, im Zentrum stabilisiert von einem mächtigen Phaseplug. Audio Physic hat sich dazu auch noch das schöne Wortspiel von den „Hyper-Holographic-Cone-Chassis“ einfallen lassen. Das ist warme Luft, liest sich aber gut. Spannender ist, was in den Aufbau des Gehäuses investiert wurde.

Audio Physic STEP 35
Audio Physic liefert wahlweise mit einem Single- oder Bi-Wiring-Terminal aus.
© Audio Physic

Das wurde mit einem Keramikschaum im Inneren ausgekleidet. Böse Vibrationen sollen sich darin verirren und auslöschen. Was es politisch interessant macht: Die neue Step lässt sich vielleicht bald auch in die Architektur von Linn Exakt einbinden. Also eine wuchtige externe Aktivweiche. Fest beschlossen ist die Einbindung in die Linn-Space-Optimization-Architektur, die Raumkorrektur per Software.

Zudem gibt es die passgenauen Ständer für die Step. Die heißen „Sherpa“ und schlagen mit humanen 300 Euro zu Buche. Heftig hingegen der Basispreis der beiden Klangwandler selbst. Wir liegen bei 2.890 Euro. Aber wieder, wie vor Jahrzehnten, muss ich sagen, dass mir das schnurzpiepegal ist. Denn hier tönt ein Künstler. Ein wunderbarer Mix aus Analyse und Spielfreude.

Finden Sie doch einmal einen so kompakten Zweiwegler, der wirklich aufs Schönste zu musizieren versteht. Klangtipp: Eric Clapton gibt mal wieder den Blues – „The Lady In The Balcony“. An der Step wird es nicht nur warm, sondern heiß. Die Saiten springen uns an, die Singstimme steht in der Mitte mit Macht. Das ist Luxus, das ist Lebensgefühl, hier trifft hohes Tempo auf humane Werte und wunderbar viele Feininformationen.

Nubert nuBoxx B-70 im Test

Standlautsprecher

Nubert nuBoxx B-70 im Test

Als Double-Cross bezeichnet der Engländer gemeinhin unfaire Tricks. Zum Glück ist die neue nuBoxx nicht nur grundehrlich und tiefbassstark. Das XX…

Fazit

Das ist ein Diamant. Klein, perfekt geschliffen und leider auch teuer. Schon nach drei, vier Takten laufen wir über – was für ein weites Panorama, was für eine Kraft der feinen Impulse. OK, der Bass geht nicht ultratief. Ist uns aber egal. Ein Subwoofer? Der würde eher die Eleganz verwaschen. Also ein Wundertier für alle Fans der kompakten Klangwandler. Toll auch im Nahfeld.

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Nubert nuBoxx B40 und nuSub XW-700

Kompaktlautsprecher

Nubert nuBoxx B40 und nuSub XW-700 im Test

Nubert war immer bekannt für die Ausreizung der Physik. Die NuBoxx-Serie soll unglaublich viel Tiefgang bieten. Und da braucht es noch einen Woofer?

Aufmacher-Mission-30388-1-

Kompaktlautsprecher

Mission QX2 MKII im Test

Die Mission QX2 MKII ist ein Meister mit echtem Ringradiator und erstaunlichem Finish. Mit 550 Euro ein echter Aufschlag im Bereich der Kompaktboxen.

Dali-Oberon-9-black-1-

Standlautsprecher

Dali Oberon 9 im Test

Gewichtig, groß und mit ordentlich Membranfläche will die Dali Oberon 9 für 1800 Euro pro Paar klanglich überzeugen. Zeigt der Aufwand Wirkung?

Polk_R700_feature-billboard-1920x1089_1_17032021-1-

Standboxen

Polk Reserve R700 im Test

Was macht einen guten Standlautsprecher aus? Bei der Polk Reserve R700 gibt es statt Show handfeste Musikalität und den schönsten Drive.

Q-Acoustics-Concept-30_lifestyle1-1-

Kompaktlautsprecher

Q Acoustics Concept 30 im Test

Die Concept 30 von Q Acoustics erzielt ein erstklassiges Klangpanorama. Ein echter Künstler mit Kraft, aber ohne Effekthascherei.