Smartphone

LG V40 ThinQ im Test

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Diese Binse gilt auch in der Smartphone-Welt, wie das neue LG-Spitzenmodell V40 ThinQ zeigt. Die Koreaner verpassen zu oft den richtigen Moment. Lesen Sie unseren Test.

LG V40 ThinQ im Test

© LG

Der Rahmen ums Display fällt vergleichsweise breit aus, genauso wie die Einkerbung (Notch) für die beiden Frontkameras.

EUR 510,00

Pro

  • Premiumgehäuse mit exzellenter Haptik und Verarbeitung
  • optimales Gewicht
  • starke Kamera-Ausstattung mit drei Brennweiten hinten und zwei Brennweiten vorne
  • Top-Audioeigenschaften inklusive DAC und tollen In-Ears
  • gute Funkeigenschaften
  • unterstützt drahtloses Aufladen

Contra

  • nur Android 8.1 als Systembasis
  • Akkulaufzeit für ein Top-Smartphone nur durchschnittlich
  • hoher Preis

Fazit

connect-Testurteil: sehr gut (427 von 500 Punkten)
85,4%

Vorgestellt wurde das V40 bereits Anfang Oktober 2018, und dieser Monat wäre auch der optimale Zeitpunkt für den Marktstart gewesen. Doch in Deutschland hat LG bis zum Februar 2019 gewartet und damit nicht nur das wichtige Weihnachtsgeschäft vorbeiziehen lassen, sondern auch den Wettbewerbern Google (Pixel 3 - connect-Test), Huawei (Mate 20 Pro - connect-Test) und Samsung (Galaxy Note 9 - connect-Test) den Jahresendspurt überlassen. 

Das V40 spielt mit diesen Phones in einer Liga, bietet allerdings auch nicht viel, was darüber hinausgeht. Nun versucht LG zu punkten, indem man Käufern des V40 die Smartwatch W7 schenkt, aber wir bezweifeln, dass eine solche Marketing-Aktion hilft. Die Smartphone-Sparte von LG kommt seit Jahren nicht richtig in die Gänge und das schlechte Timing ist sicher einer der Gründe.

Leichtgewicht trotz 6,4 Zoll

Dabei haben es die Koreaner doch technisch drauf, das zeigen allein schon die fünf Optiken: zwei vorne und drei hinten. Das Gehäuse kombiniert viel Glas mit einem Metallrahmen, eine für die Smartphone-Oberklasse mittlerweile typische Kombination.

Uns hat die matt schimmernde Rückseite besonders gut gefallen, weil LG genau den richtigen Reflexionsgrad gefunden hat: Die Oberfläche scheint sanft aus sich selbst heraus zu leuchten und steckt obendrein Fingerabdrücke gut weg. 

Die Haptik ist absolute Spitzenklasse, das matte Glas und der glänzend lackierte Aluminiumrahmen fühlen sich wertig an und vermitteln eine hohe Stabilität. 

Das Gehäuse ist gegen Staub und Wasser nach IP68 zertifiziert und erfüllt zudem den Militärstandard MIL-STG 810G, der für besondere Stoßfestigkeit steht. Beeindruckend ist, dass das V40 dennoch nur 169 Gramm wiegt – normalerweise bringen Smartphones mit 6,4-Zoll-Display 15 bis 20 Gramm mehr auf die Waage. 

LG V40 ThinQ im Test - Ordner: Viele Extras

© Screenshot & Montage: connect

(links) Prall gefüllte Ordner für „Zubehör“ und „Management“: Die Oberfläche bietet viele Extras. (rechts) Die Einstellungstiefe ist enorm: Die Navigationsleiste unten lässt sich App-spezifisch ausblenden.

Der Unterschied klingt auf dem Papier nicht groß, aber jeder, dem wir das V40 in die Hand gedrückt haben, war überrascht, wie leicht es ist. Nach dem Einschalten ebbt die Euphorie allerdings wieder ab. 

Das OLED-Display bietet zwar eine hohe Auflösung und die für diese Technologie typischen intensiven Kontraste, bewegt sich mit der Leuchtkraft aber nur im Mittelfeld. 

Der Rahmen ums Display ist zudem vergleichsweise breit, was im Vergleich mit den schnittigen High-Endern von Huawei, Samsung und Apple nicht ganz so modern wirkt.

Die Kamera ist spitze

Mit dem Snapdragon 845 treibt der aktuell stärkste Systemchip (SoC) von Qualcomm das V40 an. Der wird zwar in wenigen Monaten vom 855er abgelöst, ist aber für Smartphones immer noch eine sehr gute Wahl. Das LG schwächelt in keiner Sekunde und steckt auch intensives Multitasking samt 3-D-Spielen locker weg.

Der Arbeitsspeicher fällt mit 6 GB üppig aus. Aus technischer Sicht gibt es am 845er nichts auszusetzen. Wer allerdings mehr als 800 Euro für ein Smartphone ausgibt, erwartet das aktuellste SoC. Und das bekommt er, wenn er noch zwei Monate auf die neuen Flaggschiffe der Konkurrenz wartet. 

Für LG sprechen die sehr guten Audio-Eigenschaften und eine Kameraausstattung auf Top-Niveau. Die klangstarken In-Ears mit verwicklungsresistentem Textilkabel machen zusammen mit dem Digital- Analog-Wandler (DAC) ordentlich Druck. 

Testsiegel connect sehr gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Der Sound über Lautsprecher kann nicht mithalten, der Mono-Speaker strahlt nach unten ab und klingt dünner als vergleichbare Phones wie etwa Pixel 3 oder Mate 20 Pro. Für diesen kleinen Patzer entschädigt die Kamera mit einer Top-Qualität und Vielseitigkeit, die sogar übertrifft, was Huawei bisher vormacht.  Denn zusätzlich zu den drei Brennweiten hinten baut LG vorn eine zweite Weitwinkel-Optik ein, sodass man die Wahl zwischen großen Bildausschnitten für Gruppenselfies (5 Megapixel) und auf eine Person fokussierte Porträts (8 Megapixel) hat.

Fazit: Die Konkurrenz ist günstiger

Die Benutzeroberfläche ist LG-typisch stark modifiziert und mit vielen Extras angereichert. Leider dient Android 8.1 als Systembasis, obwohl die Nachfolgeversion schon vor mehr als vier Monaten veröffentlicht wurde. 

Auch wenn LG ein Update in Aussicht stellt, ist das in dieser Preisklasse ein No-Go. Mit Blick auf die Akkulaufzeit ist der Befund ähnlich: Acht Stunden im connect-Laufzeittest sind zwar ein guter Wert, die meisten High-Ender schaffen aber mehr, etwa das Honor View 20 (connect-Test), das mit Android 9 läuft und unter 600 Euro kostet. Auch wenn das V40 ein tolles Smartphone ist, gibt es gute Gründe, es nicht zu kaufen.

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