Smartphone

Motorola Moto G8 Plus im Test

Motorola verpasst dem G8 Plus ein großes Display, eine Actioncam und einen dicken Akku. Wie schneidet das Mittelklasse-Smartphone im Test ab?

© Motorola

Motorola Moto G8 Plus

Pro

  • ansprechendes Design
  • nützliche Software-Shortcuts und viele Kamera-Features
  • Stereolautsprecher
  • Spitzenausdauer von knapp zwölf Stunden, schnelles Laden
  • transparente Schutzhülle im Lieferumfang
  • gute Empfangseigenschaften und Geräuschunterdrückung

Contra

  • Kunststoffrückseite verkratzt schnell
  • Actioncam nur für Videos und Stabilisierung nicht bei 60 fps
  • niedrige Ausgangsspannung am Kopfhörerausgang

Fazit

connect-Urteil: gut (382 von 500 Punkten)
76,4%

Das Moto G8 Plus tritt ein großes Erbe an, denn Motorolas G-Serie hatte sich im connect-Test immer mit Topausstattung und -qualität zu fairen Preisen hervorgetan. Von der ursprünglich aus vier Modellen bestehenden Reihe ist nun nur noch die Speerspitze übrig. Hält sie, was das Erbe verspricht?

Haptik kann nicht mithalten

Das G8 Plus ist ein vergleichsweise günstiges Phone, und das merkt man in diesem Fall leider an der Haptik. War das Gehäuse des Vorgängers noch aus hochwertigem Glas, muss man sich hier mit einer Kunststoffrückseite begnügen. Ganz so robust ist das natürlich nicht: Bei uns sammelte die Rückseite schnell einige Kratzer – bei normalem Gebrauch versteht sich. 

Dankenswerterweise findet sich im Lieferumfang eine transparente Schutzhülle. Abseits davon kann sich das Design des Motos aber sehen lassen. Hier blickt man wahlweise auf einen blauen oder roten Farbverlauf, der dem G8 Plus ein edles Äußeres beschert. Ein guter Bonus ist die IP-Zertifizierung, die das Phone vor Spritzwasser schützt.

Die Front des Motos ziert ein LC-Display mit 6,3-Zoll-Diagonale und erweiterter HD-Auflösung. Weniger prominent ist hier allerdings der untere Displayrand. Was die Helligkeit des Screens betrifft, sind die 441 cd/m2 dem Preisniveau angemessen. Im direkten Sonnenlicht könnte das Display jedoch mehr Reserven haben.

© Screenshot & Montage: connect

Mit praktischen Shortcuts kann man die Taschenlampe oder die Kamera-App aktivieren. Per Dolby Audio passt man den Klang der Lautsprecher oder angeschlossenen Kopfhörer an.

Überragende Ausdauer

Im G8 Plus steckt der Mittelklasse-Chip Snapdragon 665, der mit zwei GHz taktet. Alltägliche Aufgaben meistert das Moto gut, genehmigt sich aber hier und da eine kurze Gedenksekunde. Auch bei grafisch aufwendigen Spielen muss man die Einstellungen natürlich etwas reduzieren.

Selten in der Mittelklasse sind übrigens die Stereospeaker auf der Front. Dazu passt, dass man per Dolby-Audio-App den Klang der Lautsprecher oder angeschlossenen Kopfhörer anpassen kann. Highend-Lauscher bekommen jedoch Probleme mit der niedrigen Ausgangsspannung von 219 mV an der Klinke.

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Softwarebasis des Motos ist Android 9, das nativ und ohne Schnörkel daherkommt. Mit an Bord sind aber mit den Moto Actions nützliche Shortcuts: So aktiviert schnelles Hacken die Taschenlampe oder fixes Drehen die Kamera. Eine Updategarantie à la Android One bietet das G8 Plus derweil nicht.

Im Labor erzielt das Moto bei Empfang und Akustik gute Werte. Mit satten zwölf Stunden Laufzeit legt es zudem bei der Ausdauer einiges vor. Gern gesehen ist das Schnellladenetzteil im Lieferumfang.

© Screenshot & Montage: connect

Motorolas Kamera-App bietet viele Funktionen, wodurch die Oberfläche aber auch etwas unübersichtlich ist.

Prominentestes Merkmal auf der Rückseite ist die Kameraphalanx, die aus drei Sensoren, einem Laserautofokus und einer LED besteht. Unter der ersten Linse versteckt sich dabei ein Ultraweitwinkel, das als Actioncam dient. Clever: Da der Sensor um 90 Grad gedreht ist, nimmt man Videos vertikal auf und erhält dennoch einen Clip im Querformat. Maximal sind dabei Full HD bis 60 fps drin, dann aber ohne Bildstabilisierung. Für bessere Zeitlupenaufnahmen wäre eine höhere Bildrate schön gewesen, außerdem nimmt man Fotos nur über einen Umweg per Videoschnappschuss auf.

Gute Bilder knipst man mit dem Weitwinkel, dessen Sensor 48 Megapixel bietet. Über Quad-Binning werden hier vier Pixel zu einem verrechnet, woraus eine Fotoauflösung von zwölf Megapixeln resultiert. 

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel

Grundsätzlich tut man gut daran, den HDR-Modus zu aktivieren, um die beste Bildqualität zu bekommen. In hellen und dunklen Umgebungen entstehen so gute Bilder, die aber etwas mehr Schärfe und Dynamikumfang haben dürften.

Die Kamera-App unterstützt den Nutzer hingegen mit KI-Funktionen, wie einer intelligenten Komposition, die das Bild automatisch nivelliert und nach der Drittelregel ausrichtet. Außerdem gibt es verschiedene Bildmodi, mit denen man zum Beispiel in monochromen Fotos eine ausgewählte Farbe hervorheben kann. Der Nachtmodus konnte uns nicht so recht überzeugen, liefert aber schärfere Resultate als etwa das Nokia 7.2.

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