Leistungsfähiges und leicht bedienbares Mesh-Set

TP-Link Deco X50 im Test: Bringt das Heimnetzwerk auf Trab

15.6.2022 von Hannes Rügheimer

Mit dem Deco X50 bietet TP-Link ein „Whole Home WiFi 6 System“, das mit guter Leistung, einfacher Bedienung und angemessenem Preis überzeugt.

ca. 3:10 Min
Testbericht
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TP-Link-X50-3er
Mesh-System mit WiFi 6: das Deco X50 von TP-Link.
© TP-Link

Das Angebot an Mesh-Systemen im Sortiment des chinesischen Anbieters TP-Link ist in jüngerer Zeit stark gewachsen. Das Set Deco X50 ist darin im Mittelfeld positioniert – es bietet mehr Datendurchsatz als etwa sein kleinerer Verwandter X20, ist in Performance und Ausstattung jedoch deutlich abgespeckt gegenüber dem teureren X90. In technischen Daten drückt sich diese Auslegung so aus:

  • WiFi 6 (WLAN 11ax) und Dualband
  • max. 574 Mbit/s auf 2,4 GHz
  • max. 2402 Mbit/s auf 5 GHz

Sowohl auf 2,4 GHz als auch auf 5 GHz kommt jeweils „2x2 MIMO“ zum Einsatz. Das bedeutet, dass in jedem der beiden Frequenzbänder jeweils zwei Datenströme zwischen den Mesh-Satelliten und den Endgeräten fließen können – sofern auch die Endgeräte dies unterstützen.

Als Dreierpack kostet Deco X50 aktuell etwa bei Amazon 280 Euro, als Zweierpack rund 235 Euro. Wer ein bestehendes System nachträglich mit einem zusätzlichen Satelliten erweitern will, findet im Web Angebote unter 130 Euro.

Der Hersteller gibt pro Satellit eine Reichweite von rund 200 m2 an. Somit zielt das Dreier-Set laut TP-Link auf Wohnumgebungen bis 600 m2 ab. Diese Angaben dürften allerdings eher auf US-Holzleichtbau-Häuser ausgelegt sein. Bei der in Europa üblichen massiveren Bauweise sind zusätzliche Satelliten auch schon bei üblicheren, deutlich kleineren Wohnflächen sinnvoll. Im vorliegenden Praxistest haben wir die drei Satelliten auf die drei Geschosse eines kleinen Einfamilienhauses verteilt, womit wir im Ergebnis sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Sehr einfache Ersteinrichtung

Die Ersteinrichtung hat TP-Link äußerst einfach gestaltet. Schon beim Auspacken hilft ein QR-Code beim Finden und Installieren der „Deco“-App in den App-Stores von Google oder Apple. Anschließend gilt es, den ersten Satelliten über das mitgelieferte oder ein eigenes LAN-Kabel mit dem vorhandenen Router zu verbinden und einzuschalten. Eine nach unten abstrahlende Farb-LED verrät den Status: Gelb bedeutet, dass das Gerät hochfährt. Blau signalisiert den Set-up-Modus. Grün bestätigt Arbeitsbereitschaft, und Rot würde auf Fehler hinweisen.

Erlaubt man der App, das vom Smartphone genutzte WLAN selbstständig zu wechseln, hilft dies erheblich beim Finden und Einrichten des TP-Link-Systems. Im nächsten Schritt analysiert die App die Verbindungen und Datendurchsätze, führt gegebenenfalls Updates der Firmware in den Deco-Geräten durch und hilft bei der Positionsauswahl für die weiteren Satelliten.

Satellit Nummer zwei und drei muss man dann einfach nur noch an den Strom anschließen. Sie verbinden sich automatisch mit dem Hauptsatelliten und werden auch in der App schnell angezeigt. Jeder der Satelliten verfügt über drei Gigabit-Ethernet-Buchsen. Am Haupt-Satelliten dient die erste davon zum Anschluss an den bestehenden Router. Alle weiteren bieten die Möglichkeit, verkabelte Endgeräte wie netzwerkfähige Drucker, Smart-TV, Streaming-Boxen und Ähnliches anzuschließen. Auch dies klappte im Praxistest ohne Schwierigkeiten.

Cloud-Schutz als Basisversion inklusive, mehr nur im Abo

Zum Lieferumfang gehört mit „HomeShield“ eine Sicherheits-Funktion, die Kinderschutz sowie die Absicherung der Endgeräte im Heimnetz bietet. Dabei ist erfreulich, dass die Basisfunktionen im Lieferumfang enthalten sind. Dennoch weist die App prominent auf die Möglichkeit hin, das „Pro“-Paket 30 Tage kostenlos auszuprobieren – und anschließend ins Abo für 60 Euro/Jahr einzusteigen.

Während viele der aufpreispflichtigen Funktionen wie Statistiken und Berichte für Normaluser eher überdimensioniert sind, schmerzt es etwas, dass die Absicherung von IoT-Geräten, Schutz gegen DDoS-Attacken und Port-Scans sowie erheblich umfangreichere Einstelloptionen beim Kinderschutz ebenfalls nur in der Pro-Version enthalten sind. Andererseits muss man TP-Link zugutehalten, dass andere Hersteller gar keine Gratisversion ihrer Cloudschutz-Dienste anbieten.

In der Praxis empfiehlt sich, das Gratispaket erst mal auszuprobieren und im zweiten Schritt im Rahmen der 30-Tage-Ausprobierfrist zu testen, ob sich das Abo lohnt. Wie bei solchen Modellen üblich, sollte man dann nur nicht vergessen, dieses vor der ersten Abbuchung gegebenenfalls wieder zu kündigen.

CHECK_TP-Link-Deco-X50
© WEKA Media Publishing

Voller Datendurchsatz bei durchschnittlicher VDSL-Geschwindigkeit

Im Praxistest brachte das Verteilen der drei Satelliten über mehrere Stockwerke eine klare Verbesserung bei WLAN-Empfang und -Durchsätzen gegenüber der Versorgung desselben Einfamilienhauses über nur einen zentral aufgestellten Router. TP-Link wirbt damit, dass die Datenrouten durchs Mesh-System KI-gesteuert optimiert werden. Im Praxistest stellten wir zumindest fest, dass wir die 100 Mbit/s des genutzten VDSL-Anschlusses sowohl auf 2,4 als auch auf 5 GHz an allen Testorten erreichen konnten.

Wer allerdings zum Beispiel für umfangreiche Datentransfers im Heimnetz oder den parallelen Betrieb mehrerer Streaming-Clients auf sehr hohe Datendurchsätze schielt, sollte sich gegebenenfalls bei den größeren Deco-Modellvarianten umschauen. Für normale Ansprüche konnte das Deco X50 uns aber voll überzeugen.

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