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Standbox

Magnat Quantum 727 im Test

Mit der Quantum 727 bietet Magnat eine günstige Standbox der Einsteigerklasse an. Kann die 1200-Euro-Box auch in unserem Test überzeugen?

Magnat Quantum 727

© Magnat

Der nach hinten abgerundete Korpus reduziert die Anfälligkeit für böse Resonanzen.

Pro

  • hohe Dynamik
  • pegelfest
  • klirrarm
  • qualitativ über der Preisklasse

Contra

  • umständliches Bi-Wiring-Terminal

Fazit

AUDIO Klangurteil: 85 Punkte; Preis/Leistung überragend
Gut

Hart und weich – diesem Konzept folgt die komplette Quantum-Serie von Magnat. Oder in den tieferen Fakten: Den „harten“ Alu-Chassis in der Tiefe wird stets ein „weicher“ Hochtöner entgegen gesetzt. In unserem Testmodell 727 schwingt oben eine Gewebekalotte von 30 Millimetern. Um den Hochtöner wird eine zarte Hornvertiefung gelegt, HRH genannt – „Harmonic Radiation Horn“. Dazu wird die Gesamtkonstruktion mit Ferrofluid gekühlt.

Viele feine Details

Die drei flankierenden Chassis sind scheinbar baugleich, alle mit 17 Zentimetern im Durchmesser. Doch die obere Membran ist mit einer eigenen Impedanz einzig zur Wiedergabe der Mitten ausgelegt, die passende Übergabefrequenz liegt bei 280 Hertz, der Hochtöner springt ab 3200 Hertz an. 

Die Tieftöner wie der Mitteltöner schwingen mit einer Membran aus Aluminium, die auf beiden Seiten mit Keramik beschichtet wird. Was beim weiteren Blick auf die Details auffällt: Magnat hat das Gehäuse nach hinten abgerundet, was die Konstruktion weniger anfällig für Resonanzen machen soll. Dazu gibt es weitere Feinheiten wie ein stattliches Bi-Wiring-Terminal und eine magnetische Aufhängung der Frontbespannung.​

Magnat Quantum 727 Hochtöner

© Magnat

Der Tieftöner schwingt mit einer Membran aus mit Keramik beschichtetem Alu. In der Höhe haben wir eine Gewebekalotte, die bei 3200 Hertz einsteigt.

Da stimmt etwas nicht. Alle äußerlich erkennbaren Zeichen stammen aus einer höheren Preisklasse. Wie gelingt den Magnatianern die zutiefst humane Preisforderung? Wieder liegt es an einem wohlbekannten Effekt: In Deutschland wird erdacht, in China wird gemacht. Das geht erstaunlich gut, wie man gerade diesem Lautsprecher auch anhören kann. 

Uns war in einem ersten Test nach Filmmusik – wir legten den Titelsong zu „Live And Let Die“ von Paul McCartney auf – dynamische Musik mit Showeffekten. Die Quantum 727 liebte es. Vor allem neigte sie nicht zum Komprimieren. Herrlich ungestüm, wie beispielsweise die Blechbläser einsetzten. Wie hält es die 727 mit den leiseren Tönen? Wir entschieden uns für einen Live-Mitschnitt von Leonard Cohen. Auf seinem Album „Songs From The Road“ stimmt er seinen Klassiker „Suzanne“ an. Nur er und eine Gitarre. Ein Showlautsprecher würde daran scheitern.​

Magnat Quantum 727 top

© Magnat

Magnat unterlegt die Chassis mit massiven Aluminiumringen.

Nicht so die Quantum 727, die hier enorme Sensibilität für die feindynamischen Momente zeigte. Das war auf den Punkt genau: Die tiefe, weise Stimme des Meisters, dazu die angerissenen Saiten in höchster Perfektion. Schnell war dem Hörteam klar: Dieser Lautsprecher spielt deutlich über seiner Preisklasse. 

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Zum Abschluss große Oper – „Peter Grimes“ in der Einspielung von Bernard Haitink (EMI). Da tobt das Meer, da stürzen sich Solisten und Chor in gewaltige Tableaus. Die Quantum 727 vermochte jede noch so feine dynamische Regung darzustellen. Ein Analyse-Lautsprecher, der Lust bereitete. Viele positive Werte sichern dem Magnat das Siegerpodest.​

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