Phablet

Motorola Moto X Style im Test

16.12.2015 von Andreas Seeger

Motorola setzt beim Moto X Style auf pures Android, das mit cleveren Diensten angereichert ist. Welchen Eindruck hinterlässt das 5,7-Zoll-Smartphone im Test?

ca. 2:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Motorola Moto X Style im Test
  2. Motorola Moto X Style: Funktionen und Kameraleistung
Moto X Style verschiedene Farben
Motorola Moto X Style: Allein für die Rückseite mit dem Metallstreifen gibt es 126 Kombinationsmöglichkeiten.
© Motorola

Pro

  • elegantes Design mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten
  • brillantes und helles Quad-HD-Display
  • 21-Megapixel-Kamera liefert tolle Bildqualität
  • schlankes Android-System mit smarten Extras
  • kräftige Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite
  • schnelle Software-Updates
  • exzellente Funkeigenschaften

Contra

  • groß und schwer
  • enttäuschende Ausdauer

Fazit

Connect-Testurteil: gut (406 von 500 Punkten)


81,2%

Dass ein Phablet mit 5,7-Zoll-Bildschirm alles andere als ein Zwerg ist, der problemlos in die Hosentasche gleitet, ist keine Überraschung. Aber einen Schreck bekommt man dann doch, wenn man das Moto X Style zum ersten Mal aus der Verpackung nimmt. Zum einen, weil es mit elf Millimetern sehr dick aufträgt, zum anderen, weil es mit knapp 180 Gramm schwer in der Hand liegt.

Wie mächtig Motorola hier gebaut hat, veranschaulicht ein Vergleich mit Samsungs Galaxy S6 Edge Plus: Das hat ebenfalls ein 5,7-Zoll-Display und ist in etwa genauso hoch und breit, aber nur sieben Millimeter dick und 152 Gramm schwer. Das kurvige Design mit einer Rückseite, die zu den Rändern hin auf 7,5 Millimeter schrumpft, sorgt aber dafür, dass das Moto X Style nicht allzu klobig wirkt und trotz der Größe gut in der Hand liegt (auch wenn eine einhändige Bedienung nicht mehr möglich ist). Der Rahmen besteht aus Aluminium und ist an den Rändern gerundet, sodass er fließend in Front- und Rückseite übergeht.

Beim Material für die Rückseite hat der Käufer die Wahl zwischen Kunststoff, Leder und Holz mit unterschiedlichen Maserungen und Texturierungen, sofern er das Smartphone über die Motorola-Plattform Motomaker bestellt. Wir haben es ausprobiert und uns für ein Modell mit Lederrücken entschieden, was zwar 20 Euro extra kostet, aber unbedingt empfehlenswert ist.

Denn während Holz und Leder haptisch in jeder Hinsicht überzeugen, wird eine uns ebenfalls vorliegende Kunststoffvariante dem hohen Anspruch, der mit einem 500-Euro-Smartphone verbunden ist, nicht gerecht. Die Verarbeitung ist dagegen bei allen Modellen tadellos, einzig eine IP-Zertifizierung haben wir vermisst. Aber bei einem Smartphone aus Leder oder Holz ist Wasserkontakt ohnehin keine gute Idee.

Motorola Moto x Style
Die Vorderseite besteht fast nur aus Display, weil die Ränder sehr schmal ausfallen. Laut Motorola füllt der Screen 78 Prozent der Gesamtfläche der Vorderseite aus – beim iPhone 6 sind es nur 68 Prozent.
© Motorola

Styling mit dem Motomaker

Motorola ist der einzige Smartphone-Hersteller weltweit, der weitreichende Designanpassungen erlaubt. Allein für die Rückseite stehen zehn unterschiedliche Farben zur Auswahl, dazu jeweils vier unterschiedliche Leder- und Holzarten. In Kombination mit drei Front- bzw. Rahmenfarben und sieben Nuancen für den Metallstreifen ist ein Moto X Style zwar kein Unikat, aber so wohl ziemlich selten anzutreffen. Zumal der Käufer zusätzlich die Möglichkeit hat, sich mit einer Gravur auf der Rückseite zu verewigen.

Angst vor langen Lieferzeiten muss man übrigens nicht haben, unser Testmodell wurde bereits einen Tag nach der Onlinebestellung direkt aus der Fabrik im chinesischen Shenzhen abgeschickt und noch mal drei Tage später in Deutschland zugestellt. Falls bei bestimmten Materialkombinationen Verzögerungen absehbar sind, wird man bereits während des Bestellvorgangs auf der Webseite darüber informiert. Wir ziehen den Hut vor einer logistischen Meisterleistung.

Display und Prozessor überzeugen

Die hohe Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln führt auf 5,7 Zoll zu einer extrem scharfen Darstellung. Motorola setzt auf ein LCD, das auch in Sachen Leuchtkraft (521 Candela), Blickwinkelstabilität und Farbtreue überzeugt. Der Kontrast von 1:868 ist dagegen nur Mittelmaß. Der gute Eindruck überwiegt aber, in der Summe ist das Display top und ganz klar eine der Stärken des Motorola-Flaggschiffs.

Moto X Style
Das Motorola Moto X Style ist 11mm dick, wird zu den Seiten hin aber schmaler.
© Motorola

Auch um die Systemperformance muss man sich keine Sorgen machen. Der Hersteller setzt zwar nicht auf Qualcomms Top-Prozessor Snapdragon 810, aber auf das Schwestermodell 808, das auch im LG G4 (Test) den Takt vorgibt. Dessen Herzstück sind sechs Kerne, die beim X Style bis zu 1,8 GHz schnell sind. Dazu gesellen sich satte 3 GB Arbeitsspeicher. Bei den einschlägigen Benchmarks liegt das Gerät zwar nicht weit vorne, doch die Leistung reicht problemlos für den Alltag, alle Apps starten flink und auch 3D-Spiele laufen ruckelfrei.

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