Service-Test E-Mobilität

Ladenetztest 2020: Interview mit dem Geschäftsführer von umlaut

© Marlen Mieth

Hakan Ekmen, Geschäftsführer umlaut (l.) im Gespräch mit connect-Chefredakteur Marc-Oliver Bender (r.).

„Wir wollen die Zukunft der E-­Mobilität aktiv mitgestalten.“

umlaut ist bekannt für seine weltweiten Mobilfunk-Netztests. Warum testet umlaut nun auch Ladeinfrastrukturen? 

Hakan Ekmen: Schon seit der Gründung vor 24 Jahren ist umlaut in vielen Branchen und Industrien aktiv. Ganz vorn  dabei: Automobilbau, Energie, Luftfahrt und Telekommunikation. Die zunehmende Vernetzung der Branchen weicht die Grenzen auf – die Telekommunikation ist dabei Bindeglied zwischen den Industrien. Somit sind branchenüber­greifende Tests die logische Konsequenz und gleichzeitig Erweiterung unserer Kompetenzen. Letztlich fließt hier auch unsere Erfahrung der Netztests mit ein. Im Vordergrund steht immer die unab­hängige, neutrale und faire Bewertung moderner digitaler Infrastrukturen.

Worauf lag der Fokus beim neuen Ladenetztest?

Autofahrer sind es gewohnt, auch ohne ängstlichen Blick auf den Füllstand problemlos von A nach B zu kommen. Für die Akzeptanz der E­Mobilität ist darum eine gut ausgebaute Ladeinfra­struktur mit flächendeckend verteilten Ladesäulen unabdingbare Voraussetzung. Neben Standort und Funktion haben wir auch weitere Faktoren rund um die Lade­säulen berücksichtigt. Ist zum Beispiel ein freies WLAN verfügbar, um die Apps auch ohne Mobilfunknetz nutzen zu können? Darüber hinaus sollte der Lade­vorgang möglichst benutzerfreundlich und einfach gestaltet sein. Hierzu zählen Preistransparenz, Bezahlmöglichkeiten für das Ad-­hoc-­Laden und nicht zuletzt benutzerfreundliche Apps.

Wie bewerten Sie die Ergebnisse? 

Die Ergebnisse sind für die noch im Auf­bau befindliche Technologie insgesamt erfreulich. Sie zeigen aber noch Spielraum für Verbesserungen. Das gilt auch für die Anbieter, die in unserer Bewertung gut abgeschnitten haben. Unsere Erfahrung aus den Mobilfunknetztests zeigt, dass die Betreiber solche unabhängigen Tests als Ansporn sehen, ihre Infrastruktur weiter auszubauen und ihre Angebote im Sinne der Kunden und Nutzer zu optimieren.

Wie sehen Sie die Zukunft der Elektromobilität? Welche Herausforderungen sind zu bewältigen? 

Die Zukunft der Elektromobilität ist bereits angebrochen, E-­Mobilität prägt schon jetzt zunehmend unser Stadtbild. Neben offensichtlichen Herausforderun­gen wie Reichweite und Verfügbarkeit von Ladesäulen spielen für einen Erfolg zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle. So bedingt die zunehmende Vernetzung auch Investitionen in den Ausbau von Schlüsseltechnologien wie 5G. Das intelligente Auto kommuniziert mit anderen Autos und zunehmend auch mit der Infrastruktur wie Ladesäulen. 

Hier spielt wiederum das Thema Sicherheit des Datenverkehrs eine entscheidende Rolle. Dies alles führt dazu, dass die klassischen Grenzen zwischen verschie­denen Branchen und unterschiedlichen Anwendungen verschwinden. Ob 5G, Connected Car, E-­Mobilität oder Sicherheit: Mit unserem branchenüber­greifenden Know-­how haben wir alle wichtigen Faktoren im Blick und werden aktiv die Zukunft der E-­Mobilität mitgestalten. Dazu bieten wir Engineering-­, Consulting-­ und Management-­Dienst­leistungen End-­to-­End für die Themen Batterie, Fahrzeug, Ladeinfrastruktur sowie das gesamte Ökosystem an.

Welche Pläne gibt es für die Zukunft? 

Wir wollen die Ladeinfrastruktur in ganz Europa analysieren und bewerten. Zu­dem untersuchen wir die Konnektivität in Fahrzeugen, Zügen und Flugzeugen, Stichworte: Connected Car und Inflight Connectivity. Und natürlich bauen wir unsere Netztests immer weiter aus.

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