Spam-Nachrichten

WhatsApp: Diese Kettenbriefe sollten Sie kennen

Inhalt
  1. WhatsApp: Kettenbriefe erkennen und richtig reagieren
  2. WhatsApp: Diese Kettenbriefe sollten Sie kennen

Viele Kettenbriefe drehen auf WhatsApp in ähnlicher Form immer wieder ihre Runden. Teils handelt es sich dabei um Hoaxes und Falschmeldungen, die zwar nervig, aber im Allgemeinen nicht gefährlich sind. Es gibt aber durchaus auch Kettenbriefe, die mit irgendwelchen Versprechungen auf Phishing-Webseiten locken, um die Daten der Nutzer abzugreifen. Oft tauchen Kettenbriefe in gewissen Abständen immer wieder auf und können so jahrelang im Umlauf bleiben.

Wir stellen verschiedene Arten von WhatsApp-Kettenbriefen vor und nennen auch Beispiele dafür.

Warnung vor Bedrohungen: Martinelli, Ute Lehr, Momo, etc.

Zu den klassischen WhatsApp-Kettenbriefen zählen Warnungen vor Viren, Hackern und anderen Bedrohungen. Ein Beispiel ist der „Martinelli“-Virus, der sich angeblich in einer Video-Datei verstecken soll. Dabei gibt es weder das Video noch den Virus. Lediglich der Kettenbrief, der die Empfänger vor dem Öffnen der Datei warnen soll, taucht immer wieder auf.

Ebenfalls seit Jahren im Umlauf sind Warnungen vor bestimmten Kontakten. Personen namens „Ute Lehr“, „Ute Christoff“, „Hannes Bochtler“ oder mit diversen anderen erfundenen Namen sollen angeblich Hacker sein, die einen Virus verbreiten und die Festplatte zerstören, sobald man einen Anruf von einer bestimmten Nummer annimmt. Zum Weiterleiten animieren soll dabei die Warnung, dass man selbst betroffen sein könnte, sobald ein Freund diesen Kontakt in sein Adressbuch aufnimmt. Natürlich existieren diese Personen nicht wirklich und den angeblichen Virus gibt es auch nicht. 

Eine etwas gruseligere Variante ist „Momo“. Bei diesem Phänomen werden neben seltsamen Drohungen und Hinweisen auf ein Phantom auch gruselige Bilder verschickt. Aber letztlich handelt es sich auch hier um eine abgewandelte Version der Warnung vor bestimmten Telefonkontakten. 

Diese Art der Kettenbriefe ist meist harmlos und hauptsächlich nervig. Sie sollen durch Falschmeldungen Angst machen und die Empfänger dazu bringen, die Nachrichten weiter zu verbreiten. Woher sie ursprünglich stammen und warum sie in die Welt gesetzt wurden – außer vielleicht aus Langeweile – lässt sich nicht so genau sagen.

WhatsApp Blog warnt vor Hoax

© WhatsApp

In seinem Blog warnt WhatsApp seit Jahren vor Kettenbriefen, die angeblich von dem Konzern selbst kommen sollen.

WhatsApp-Gebühren, Premium-App, Account-Löschung

„WhatsApp wird kostenpflichtig – außer du schickst diese Nachricht an zehn Freunde weiter“: So mancher WhatsApp-Kettenbrief spielt mit der Angst der Nutzer, sie könnten ihren kostenlosen Account verlieren. In verschiedenen Spam-Nachrichten werden Szenarios beschrieben, wonach man durch das Weiterleiten der Meldung verhindern kann, dass der Account kostenpflichtig wird – oder gar ganz gelöscht wird. Oft suggerieren diese Kettenbriefe, dass sie direkt von WhatsApp oder Facebook stammen. Abgesehen davon, dass schon das Szenario ziemlich abenteuerlich klingt und der Facebook-Konzern eine solche Nachricht nicht auf diesem Weg verbreiten würde, sollte man spätestens dann stutzig werden, wenn der angebliche WhatsApp-CEO Jim Balsamico zitiert wird.

Viele dieser Kettenbriefe sind harmlos und zielen nur auf die Weiterverbreitung ab. Es kann sich aber auch um Phishing-Versuche handeln. Denn in manchen Varianten ist auch die Rede davon, dass der Empfänger seine Kundendaten aktualisieren solle. Dazu wird er über einen Link auf eine Phishing-Webseite weitergeleitet, wo er seine Kreditkartendaten eingeben soll.

Ebenfalls kritisch ist die angebliche Premium-App WhatsApp Gold, die vor einigen Jahren verbreitet worden war. Sie lockte Nutzer mit Funktionen, die WhatsApp zu dem Zeitpunkt nicht zur Verfügung stellte. Ein Link führte zum App-Download auf einer Webseite. Wer WhatsApp Gold installierte, lud damit gleichzeitig einen Trojaner auf sein Smartphone. Neben WhatsApp Gold waren auch andere gefakte Premium-Apps im Umlauf. Doch eine Premium-Version von WhatsApp gibt es nicht. Hinter diesen Apps verbirgt sich meistens Malware. 

WhatsApp Kettenbrief Milka

© Mimikama / WhatsApp / Montage: connect

Die WhatsApp-Nachricht über einem Schokokorb von Milka führt zu einer Gewinnspiel-Seite.

Abzock-Fallen: Gutscheine, Gewinnspiele, etc.

Zum klassischen WhatsApp-Spam gehören auch Nachrichten, die Gewinnspiele, Gutscheine oder sonstige Geschenke versprechen. Über einen Link landet man auf einer Webseite, die den Anschein erwecken soll, als stecke eine bekannte Marke dahinter. Doch statt auf der offiziellen Webseite von Milka, Adidas, McDonald’s​ oder dergleichen, landet man auf einer Phishing-Seite.

Auf der Webseite soll man persönliche Daten eingeben. Meist folgt dann noch die Aufforderung, die Nachricht an WhatsApp-Kontakte weiterzuleiten, bevor man die versprochene Belohnung in Empfang nehmen kann. Doch die angepriesenen Gutscheine, Geschenkkörbe, Sticker, etc. gibt es in Wirklichkeit gar nicht.

Die auf diese Weise abgegriffenen Daten werden beispielsweise an Werbenetzwerke verkauft, so dass man sich auf eine Flut an Werbung und sonstigem Spam einstellen kann. Teilweise stecken aber auch Abofallen dahinter. Wer ein solches Gewinnspiel angeklickt hat, sollte also seine Kontoauszüge im Auge behalten, um etwaige Abbuchungen für unwissentlich abgeschlossene Abos schnell zu entdecken.

Textbombe

Ein übler Scherz steckt meistens hinter einer sogenannten „Textbombe“. Dabei handelt es sich um Nachrichten, die durch bestimmte Zeichenfolgen die App oder sogar das ganze Smartphone zum Absturz bringen können. Hintergrund ist meist ein Programmierfehler, durch den bestimmte Zeichen oder Zeichenfolgen das System überlasten und den selbsternannte Spaßvögel auf Kosten der Empfänger ausnutzen.

Ein Beispiel für eine Textbombe ist etwa ein indischer Buchstabe, der durch einen Fehler in iOS verschiedene Messenger lahmlegen und unter Umständen auch das iPhone in eine Bootschleife schicken konnte. Bei einem anderen Fall hatte ein Nutzer eine Nachricht mit einer großen Menge an unsichtbaren Unicode-Symbolen gefüllt. Die Menge an Daten sorgte für eine Überlastung des Arbeitsspeichers.

Wenn ein solches Problem bekannt wird, liefern die Entwickler meist schnell einen Bugfix. Bis dieser zur Verfügung steht, machen sich jedoch manche einen Spaß daraus, mit Textbomben die Smartphones ihrer Bekannten lahmzulegen. So harmlos, wie es im ersten Moment vielleicht klingt, ist das nicht. Im besten Fall genügt es, die problematische Nachricht zu löschen. Im schlimmsten Fall wird das Smartphone dabei dauerhaft beschädigt oder muss zumindest neu aufgesetzt werden. Ohne Backup gehen dabei natürlich sämtliche Daten verloren.

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