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Breitbandlautsprecher

Ideales Konstruktionsprinzip

© German Physiks

Seitlich strahlt der Biegewellenschwinger alle Frequenzen über 150 Hertz ab, darunter arbeitet er mit Kolbenhub in die Tiefe einer Basshorn-Konstruktion.

Der erste Eindruck: Wie kann eine so hauchdünne Membran diesen Druck im Tiefbass zaubern? Das Konstruktionsprinzip von Basshorn und Bassresonator ging perfekt auf. Da würde niemand nach einem flankierenden Subwoofer rufen. Der Bass war zwar nicht ultratief, doch herrlich trocken und auf den Punkt genau.

Auf unserer Heft-CD 6/15 haben wir Tracks des perfekten Timings versammelt. Mit ein paar echten Bass-Kanonen darunter: wie dem Basssolo von Hellmut Hattler in "Fine Days". Der Meister begleitet eine Sängerin und holt aus seinem Instrument die Macht und den Druck eines kompletten Orchesters heraus. Ebenso erstaunlich setzte die Unicorn das Geschehen um. Ein Fest für Freunde groovender Bassläufe, stark in der dynamischen Entwicklung und Präzision.

Die höchste Faszination vermittelt jedoch die räumliche Abbildung der Unicorn. Der Rundumstrahler verlangt eine definierte Entfernung zu den Seitenwänden und zur Rückwand. Zu nah ist hier ebenso schädlich wie zu fern. Ein Meter ist Pflicht, zwei Meter erwiesen sich in unserem Hörraum als perfekt.

Dann legte sich die Unicorn ins Zeug. Atemberaubend, welches Panorama sie der Karajan/Berliner-Philharmoniker-Einspielung von Liszts vierter Ungarischer Rhapsodie entlockte (Deutsche Grammophon). Karajan selbst liebte zeit seines Lebens den Cinemascope-Effekt, die enorm weite Abbildung des orchestralen Geschehens. Kaum ein Lautsprecher konnte das so fulminant wiedergeben wie die Unicorn. Das war ein Streicherteppich von gewaltigen Ausmaßen. Dazu der ganz feine Umgang mit dynamischen Schattierungen. Gerade in dieser Ungarischen Rhapsodie schwelgt Karajan genussvoll in Rubati, oft verbunden mit den feinsten Crescendo-Momenten. Die Unicorn schien für diese Musik wie geschaffen. Die löste sich wie selbstverständlich von den Membranen.

Etwas komplexer dagegen der Umgang mit Singstimmen. Die enorme Weite des Klangbilds könnte auch die Gefahr aufkommen lassen, dass sich die Abbildung von Einzelstimmen ausdehnt, schwerer ortbar wird, ein Zoom-Effekt. Doch die Unicorn konnte auch hier auf den Punkt musizieren.

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