Heizungsregelung mit Smart-Home-Technik

Tado Starter-Kit Smartes Heizkörper-Thermostat V3+ im Test

5.10.2022 von Hannes Rügheimer

ca. 3:45 Min
Testbericht
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Die Heizungssteuerungen von Tado setzen in der Mehrzahl darauf, die Heizanlage direkt zu steuern. Dafür bietet das Unternehmen Lösungen mit funk- oder kabelgebundenen Raumthermostaten oder auch zur direkten Steuerung einer Heizungsanlage an. Dieses Prinzip bietet einen guten Hebel für Energieeinsparungen in Einfamilienhäusern oder Wohnungen mit eigener Therme – ist aber keine Option für Wohnumgebungen, in denen man auf die zentrale Heizanlage keinen Zugriff hat. Zudem gibt es viele Interessenten, die den direkten Anschluss ihrer smarten Heizungssteuerung an ihren Heizkessel scheuen.

Für diese Zielgruppe bietet Tado eine reine Heizkörper-Steuerung an. Als Starter Kit für 150 Euro enthält es einen vernetzten Heizkörper-Thermostat und eine Internet-Bridge. Zusätzliche Heizkörperregler lassen sich zum Stückpreis von 90 Euro, im Zweier-Set für 160 Euro oder im Vierer-Set für 320 Euro nachkaufen. Für Fußbodenheizungen gibt es ein eigenes Starter-Kit für 360 Euro.

Internet-Bridge nimmt Kontakt zum Router auf

Die im Starter-Kit mitgelieferte Internet-Bridge verbindet sich per Ethernet mit dem Router, zur Stromversorgung dient ein mitgeliefertes Netzteil oder auch ein freier USB-Port des Routers. Sie stellt die Verbindung zum Server von Tado her, was erforderlich ist, weil die Steuerung der einzelnen Thermostatventile bei diesem System über die Cloud erfolgt. Dabei berücksichtigt sie insbesondere auch die übers Internet abrufbaren Wetterbedingungen am Einsatzort und nutzt dazu recht komplexe und bewährte Steuerungsalgorithmen, die etwa auch die Vorlaufzeit des Heizsystems mit einkalkulieren. Die Funkverbindung zwischen den Thermostaten untereinander beziehungsweise zwischen Thermostaten und Internet-Bridge ist verschlüsselt und nutzt den speziellen Low-Energy-Standard 6LoWPAN auf 868 MHz.

Anmeldung und Einstellungen per App oder Web

Den smarten Thermostat meldet man dann per Tado-App am System an. Um ihn in Betrieb zu nehmen und später die beiden AA-Batterien zu wechseln, lässt sich der größere Teil des Reglers über einen Bajonettverschluss vom hinteren Teil abnehmen. Letzterer bleibt am Heizventil festgeschraubt, zur Anpassung an seltener eingesetzte Gewindetypen liefert Tado gleich fünf Kunststoff-Adapter mit. Unter dem Bajonettverschluss findet sich auch ein Pairing-Taster, der den Regler in den Anmeldemodus versetzt. Anschließend scannt man per App den auf einem Aufkleber am Regler angebrachten QR-Code mit der Geräteadresse.

Die Thermostate verfügen über eine Punktmatrixanzeige, die durchs Kunststoffgehäuse durchscheint. Zur Temperatureinstellung dreht man den vorderen Teil, der dies mit einer Rast-Mechanik und Anpassung der Temperaturanzeige zurückmeldet. Nach einigen Sekunden verschwindet die Anzeige wieder, was Batteriestrom spart und auch zur edlen Optik der Regler beiträgt. Ein zum Lüften geöffnetes Fenster erkennt das System über den plötzlichen Temperaturabfall am internen Sensor des Thermostatreglers (beziehungsweise, falls installiert, des Raumthermostats). Etwas ungewöhnlich ist, dass dies zunächst zu einer Push-Mitteilung auf dem Smartphone führt – erst nach deren Bestätigung regelt das System die Heizung dann für 15 Minuten herunter.

Clevere Cloud-Steuerung

Die eigenen Wünsche zur Heizkurve trägt der Nutzer via App oder alternativ über ein Web-Interface ein. Jeder Regler lässt sich einem Raum zuordnen, die farbunterstützte Temperaturanzeige auf der Bedienoberfläche gibt einen schnellen Überblick, wie warm es in welchem Raum ist. Die Solltemperatur lässt sich dann in einem sogenannten „intelligenten Heizplan“ vorwählen. Praxisgerecht ist, dass sich fertig eingestellte Heizkurven kopieren lassen, um sie schnell auf andere Tage zu übertragen und dort gegebenenfalls zu modifizieren. Wenn man diese Option nicht ausdrücklich ausschaltet, steuert Tado die Heizventile so, dass die gewünschte Solltemperatur zu Beginn des jeweils festgelegten Zeitraums erreicht ist. Informativ und ungewöhnlich ist zudem eine Statistik-Funktion, die nicht nur den tatsächlichen Temperaturverlauf pro Raum, Luftfeuchtigkeit und Außentemperatur anzeigt, sondern auch die vom System berechnete Energieeinsparung. Wie weit sie der Realität entspricht, ließ sich allerdings im Testzeitraum nicht überprüfen.

Um die prinzipbedingt ungenaue Temperaturmessung direkt am Heizkörper zu kompensieren, lässt sich in App oder Web-Interface ein Offset eintragen. Wer Steuerung und Bedienung über ein funkvernetztes Raumthermostat nachrüsten möchte, bekommt dieses für 150 Euro. Es zeigt die vorgewählte Temperatur an, ermöglicht es, diese über Touch-Bedienelemente anzupassen und enthält außerdem einen Raumtemperatursensor.

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© WEKA Media Publishing
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© WEKA Media Publishing

Maximaler Komfort nur mit Abo

Dank ihrer Cloud-Architektur lässt sich die Tado-Lösung auch in Homekit integrieren – dann wird auch eine Sprachsteuerung per Siri möglich. Ebenso gelingt die Anbindung an Amazon Alexa oder Google Assistant. Regeln und Szenarien sind bei Tado nicht vorgesehen, ambitioniertere Anwender können sie aber über die Anbindung des Tado-Systems an die Cloud-Steuer-Plattform IFTTT realisieren.

Dies alles geht bei Tado in der kostenfreien Basis-Variante. Dennoch will der Hersteller seine Kunden zum Abschluss eines laufenden Abos bewegen. Das kostet 2,99 Euro pro Monat oder 24,99 Euro pro Jahr und erweitert den Funktionsumfang: Mit Abo bietet das System auch Geofencing – sprich: Es stimmt die Heizungssteuerung auf die per Smartphone-Position ermittelte An- und Abwesenheit der Bewohner ab. Dabei lernt der Algorithmus die Verhaltensmuster der Nutzer und passt die Heizkurve an ihre üblichen Tagesrhythmen an. Auch die Entfernung der Nutzer von ihrem Zuhause spielt dabei eine Rolle und wird bei den Vorlaufzeiten der Temperatureinstellung berücksichtigt.

Für wen geeignet?

Tado überzeugt durch eine insgesamt sehr ausgeklügelte Heizungssteuerungs-Algorithmik. Maximalen Nutzen bringt das System, wenn die Steuerung auch häufig unterschiedliche An- und Abwesenheiten der Bewohner berücksichtigen soll – dies setzt allerdings ein kostenpflichtiges Abo beim Anbieter voraus. Interessant ist die Lösung auch für Apple-Nutzer, die sie in Homekit integrieren wollen.

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