Service-Test E-Mobilität

Ladenetztest Deutschland: E-Mobilitäts-Provider im Vergleich

E-Mobilitäts-Provider Deutschland

Alpiq

Der Wechsel des ehemaligen Telekom-Diensts zum neuen Betreiber lief holprig. Insbesondere das Ladeerlebnis mit der Alpiq-App setzt diesen Trend leider fort.

Mitte 2020 übernahm der in der Schweiz ansässige Anbieter Alpiq den Telekom-EMP-Dienst GetCharge – die Umstellung erfolgte zum Leidwesen der Nutzer etwas holprig. Das Angebot kann sich aber insgesamt sehen lassen, auch wenn es mittlerweile nicht mehr mit der breitesten Ladepunktabdeckung aufwartet. Und auch die App bereitete den Testern wenig Freude: Sie reagiert im Alltag eher zäh und hakelig, während der Tests kam es häufiger zu Abstürzen, und die Tester mussten sich trotz hinterlegter Login-Daten häufiger neu anmelden.

© umlaut

Karg: Das cleane App-Design könnte mehr Infos liefern.

Auch die Preisanzeige funktionierte im Testzeitraum nicht – alle Ladevorgänge erschienen in der Historie mit 0 Euro, wurden später aber doch normal abgerechnet. Intransparent ist zudem, dass eine Preisstufe für „sonstige Ladesäulen“ existiert, ohne dass ersichtlich wird, für welche Ladesäulen sie zutrifft. Insgesamt besteht hier einiger Verbesserungsbedarf.

connect-Urteil: ausreichend (571 von 1000 Punkten)

EnBW

Der Vollsortimenter aus Baden-Württemberg überzeugt mit durchdachter App und transparenten Tarifen – und erzielt damit verdient den EMP-Testsieg.

Der baden-württembergische Energieversorger ist neben seiner Rolle als Charge Point Operator noch in verschiedenen europäischen Ländern als Elektromobilitäts-Provider aktiv. Auch hinter den vom ADAC angebotenen Ladekarten steckt die Abrechnungs-Infrastruktur von EnBW. Wegen Differenzen bei den Roaming-Preisen lassen sich die Schnellladesäulen von Ionity über die EnBW-Ladekarten oder die „Mobility+“-App bis auf Weiteres allerdings nicht nutzen.

© umlaut

Wegweisend: Den Weg zum Ladepunkt zeigt die App.

Die von uns noch im Sommer als hakelig kritisierte Einrichtung des Benutzerkontos in der App hat EnBW deutlich verbessert. Auch Bedienung und Funktionsumfang überzeugen. Lediglich eine Integration der Lade-Zwischenstopps in die Routenführung bleibt auf der Wunschliste. Die Preisgestaltung ist übersichtlich und transparent, das Laden an den unterstützten Stationen lief ohne nennenswerte Probleme.

connect-Urteil: sehr gut (851 von 1000 Punkten); connect-Testsieger

© WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

Testsiegel connect-Testsieger: EnBW

Maingau

App und Tarife der E-Mobilitäts-Marke „EinfachStromLaden“ ließen im Test nur kleinere Wünsche offen. Insgesamt ein gutes Ergebnis.

Unter seiner Marke „EinfachStromLaden“ hat sich der in der Nähe von Offenbach am Main ansässige Energieversorger zu einem wichtigen Player unter den Elektromobilitäts-Providern entwickelt. Mit seinen Ladetarifen und seiner App unterstützt er eine stattliche Zahl an Ladepunkten in den getesteten Ländern. Die App bietet auch eine Navigationsfunktion, die auf dem Online-Kartendienst Mapbox basiert – Ladestopps in die Routenführung integrieren kann sie jedoch nicht.

© umlaut

Transparent: Aus Ladekosten macht die App keinen Hehl.

Sonst war der Umgang mit der App aber weitgehend problemlos – von der Erstanmeldung bis zum Laden. Nur ärgerlich, dass im Test Säulen mit hoher Ladeleistung mit „0 kW“ angezeigt wurden. Bei seinen Ladetarifen unterscheidet Maingau zwischen eigenen Kunden und anderen Nutzern, an Ionity-Säulen gilt ein höherer Preis, und im Ausland werden Zuschläge erhoben. Darüber informiert die App aber transparent.

connect-Urteil: gut (794 von 1000 Punkten)

Shell

Unter der Marke „Shell Recharge“ rüstet sich der Mineralölkonzern für die E-Mobilitäts-Zukunft – und liefert dabei in unserem Test ein überzeugendes Paket ab.

Der ehemals eigenständige Ladekartenanbieter NewMotion zählt seit 2017 zu Shell, mittlerweile wurden auch RFID-Karten, App und Webauftritt an die Marke „Shell Recharge“ angepasst. Als EMP unterstützt Shell eine breite Auswahl an Ladepunkten in Deutschland und den Nachbarländern. Bei App und Hintergrundprozessen profitiert der Anbieter von der eingekauften NewMotion-Expertise: Die Registrierung ist unkompliziert, das Auffinden von Ladepunkten klappt gut.

© umlaut

Informativ: Die App liefert viele Angaben zum Ladepunkt.

Allerdings lassen sich einige Ladepunkte nur mit RFID-Karte und nicht per App nutzen. Schön wären zudem Detailverbesserungen wie ein Lade-Tutorial oder eine Routenführung mit Ladestopps. Die von Shell berechneten Preise sind je nach Ladepunktbetreiber (CPO) unterschiedlich, werden in der App aber transparent kommuniziert. Ungewöhnlich: Das Bezahlen per Kreditkarte wird nicht unterstützt.

connect-Urteil: gut (776 von 1000 Punkten)

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